Reviere

Die Segelreviere im Mittelmeer

 

Wenn der kühle Nordeuropäer vom Mittelmeer hört, dann gerät er leicht ins Schwärmen von Sonne, Baden und gutem Essen. Das ist auch so, allerdings mit regionalen Unterschieden. Wenn man sich die Karte des Mittelmeers anschaut, dann wird klar, dass die Segelreviere sich durchaus unterscheiden. Die nördliche Adria und Malta liegen geschätzt immerhin gut tausend Kilometer auseinander. Wir haben uns für unseren Törn folgende Gebiete ausgesucht:

 

  • Adria (Kroatien, Mazedonien, Albanien)
  • Ionisches Meer (Griechenland)
  • Ägäis (Griechenland, Türkei)

Klimabedingungen des Mittelmeers

 

Wenn wir umgangssprachlich von "Mittelmeerklima" sprechen, meinen wir üblicherweise einen sehr schönen Sommer, milde Winter und wenig Niederschlag. In der Klimaklassifikation beschreibt man das Mittelmeerklima mit "Csa", was so viel bedeutet wie: Warmgemäßigt, sommertrocken und Sommertemperaturen über 22 Grad Celsius (zumindest einen Monat lang).

 

Unsere Beobachtungen entsprechen dieser Einteilung: Es gibt sehr heiße Sommer, einen angenehmen Frühling und in der Regel „erträgliche“ Winter, allerdings auch mit Kälte- und Regenperioden. Dies ist natürlich eine generelle Betrachtungsweise, einzelne geografische Unterschiede sind sehr ausgeprägt. So sind die Winter in der Adria in Alpennähe durchaus frostig zu nennen.

 

Auch hier gibt es jahreszeitliche Abweichungen und Schwankungen, so kommt es immer wieder vor, dass im nördlichen Mittelmeer in den Sommermonaten kurze Regenperioden zu beobachten sind, allerdings nicht sehr häufig und nur in Ausnahmejahren.

Die Winde im Mittelmeer

 

Wenn Segler über den Wind im Mittelmeer sprechen, dann kommen häufig, je nach Segelrevier, die Begriffe „Mistral“ und „Bora“ ins Gespräch. Es sind die „starken“ Winde, die für Aufmerksamkeit sorgen, nicht die lokalen und normalen Winde. Wer im Sommer segelt, wird diese starken und bekannten Windphänomene kaum erleben, Ihre Zeit ist der Herbst und der Winter. Für unser Revier werden wir auf folgende Winde treffen:

 

  • Bora

Kalter Fallwind an der Ostküste der nördliche Adria

  • Meltemi

Angenehmer Nordwind in der Ägäis, ein Sommerwind der die Temperaturen erträglich hält und für gutes Wetter steht. Üblicherweise bläst es da mit 4-5 Windstärken, kann aber auch mal „kacheln“, gerade in Meerengen.

 

Die Frage, die sich nun jeder Segler unwillkürlich stellt ist, ob es denn auch „normale“ Windbedingungen gibt?

Die überwiegende Zeit herrschen ganz moderate Winde in Anhängigkeit von der Großwetterlage vor. Häufig hat man im Sommer eine schöne Thermik, die dann zum Abend einschläft. Starkwinde sind die Ausnahme, nicht die Regel.

Die Segelreviere unserer Tour

 

Ionisches Meer

 

Griechenland ist windtechnisch zweigeteilt: Es gibt die windreiche Ägäis und das gemäßigte Ionische Meer mit den bekannten Inseln Korfu, Lefkas und Kefalonia. Das Ionische Meer, also das Seegebiet am Ausgang der Adria westlich von Griechenland und östlich von Italien gilt als eines der familienfreundlichsten Reviere. Hier gibt es kaum Starkwinderscheinungen, die mittleren Lufttemperaturen sind höher als in der Nordardria und das Wasser hat sehr schnell angenehme Badetemperatur.

Türkische Riviera

 

Troja ruft. Das reine Urlaubspardies. Wenn es nur nicht so weit weg wäre. Es gibt an der türkischen Ägäis-Küste eine Vielzahl von schönen Ausgangshäfen, die alle ihre besonderen Reize haben. Je nach Anspruch der Segelcrew wird man hier fündig: Je weiter man nach Süden kommt, desto moderater ist der Wind. Im Norden der Ägäis kann es schon ganz schön kacheln, es gibt dort Surfparadise an der Küste mit beständigen 6-7 Windstärken. Der hierfür verantwortliche Meltemi heiß hier übrigens Etesien.

 

Wer also eher Baden, Bummeln und lauschig vor Anker liegen möchte, der sollte das Seegebiet südlich von Bodrum wählen. Sehr beliebt sind neben Marmaris und Bodrum die Häfen Fethiye und Göcek in der Bucht von Fethiye. Der Flughafen Dalaman liegt hierfür sehr günstig und alle Charterbasen bieten einen günstigen Transfer an.

 

Noch ein Wort zu den Charterstützpunkten: Fast alle Segler, die in der Türkei ein Schiff gechartert hatten, berichten uns von der unglaublichen Freundlichkeit der Menschen, von der Hilfsbereitschaft der Servicecrews und von dem perfekten Zustand der Yachten. Der Standard an den Charterstützpunkten in der Türkei gilt generell als einer der Höchsten im Mittelmeer.

Dalmatien und die Inselwelt der Kornaten

 

Wenn man Segelbilder aus Kroatien anschaut, dann wird man unweigerlich Bilder aus Dalmatien vorfinden. Die Inselwelt der Kornaten, über 1000 Inseln, ist ein sehr beeindruckendes Erlebnis. Selbst vom Flugzeug aus beim Landeanflug auf Split kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus. Sehr schön. Als Segelrevier ist es dementsprechend beliebt. Die Windverhältnisse sind moderat, die Bora ist hier nicht mehr so stark ausgeprägt, das Wasser warm und das Essen in der Regel gut.

Ägäis

 

Ein Revier mit Windgarantie, so sagt man. Abhängig von der Route die gewählt wird, kann es anspruchsvolles Segeln werden oder aber ein entspannter Törn mit vielen Badebuchten. Der Saronische Golf gilt als moderat bezüglich des Windes, die Kykladen liegen in der Meltemi-Schneise, dort ist mit stärkeren Winden zu rechnen.

 

Das Seegebiet um den Pelepones gilt als eher ruhig, je weiter man in das ionische Meer kommt. Der Saronische Golf südwestlich von Athen ist eher ruhig mit moderaten Winden und guten Segelbedingungen.

Nördliche Adria

 

Das Segelrevier der nördlichen Adria ist mit dem Auto sehr gut zu erreichen. Das Kerngebiet für Segler liegt auf Istrien in Kroatien. Hier sind auch sehr viele Charterschiffe beheimatet, die Infrastruktur ist hier sehr gut. Die größte Flotte von Segelyachten liegt in Pula in der Marina Veruda. In der Regel findet man moderate Windverhältnisse vor, im Herbst und im Frühjahr kann allerdings die Bora vorkommen. Sie tritt allerdings nicht überraschend auf, sondern sie wird rechtzeitig angekündigt. Dann sollte man besser im Hafen bleiben.